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In die Dunkelheit eintauchen

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Auch wenn wir am 21. Dezember die längste Nacht schon hinter uns haben, fühlen sich für mich die Tage zwischen den Jahren auch dieses Mal so an, als ginge es noch tiefer hinein in die Dunkelheit. Meine Energie für Aktivitäten im Außen ist gleich Null. Ich mache es mir bequem zwischen Schlafen, Träumen, Kochen und Essen, die Körperchemie ist dank einer hartnäckigen Erkältung auf Stand-By-Modus. Irgendwo nicht weit weg blitzt schon das Neue Jahr mit seinen Chancen, Reizen, Möglichkeiten. Aber noch genieße ich die frühe Dämmerung, die langen Abende, die lange Weile, den Gedanken nachzuhängen und das vergangene Jahr für mich zu betrachten und abzuschließen. Wie die Obsternte dieses Jahres nun in Gläsern und Flaschen ordentlich beschriftet in der Speisekammer steht, nehme ich mir jetzt die Zeit, meine immaterielle Ernte einzubringen.

Im verschwommenen Schauen wird oft Wesentliches sichtbar. Indem ich den Blick nicht fokussiere, einfach wahrnehme, was so auftaucht, mache ich mir viele Augenblicke dieses Jahres wieder lebendig. Was davon will ich mitnehmen in’s Neue Jahr?

Kooperation statt Konkurrenz.  Es ist immer genug für alle da, auch für mich, wenn ich nur den Mut habe, danach zu fragen. Oder wenn ich großzügig andere an meinen Schätzen teilhaben lasse. Es ist unglaublich, auf wieviele Arten sich das Vorhandene nutzen lässt, wenn man erst mal anfängt kreativ zu sein. Dazu fallen mir ein: die Quitten, die Äpfel, der LETS Tauschkreis, die Idee des Couchsurfing, die Zusammenarbeit mit meinen bewährten Trainingsagenturen sowie unsere Projekte landsberger NETZWERKSTATT und das in diesem Jahr neu gegründete Coaching-Netz Lech-Ammersee.

Alles braucht seine Zeit. Oftmals war ich unzufrieden, weil ich das Gefühl hatte, dass ich niemals mit der Arbeit fertig werde und habe mich furchtbar geärgert, dass andere es gut schaffen, sich auch den angenehmen Dingen zu widmen, während meine Hobbys sehr zu kurz gekommen sind. Bei Lichte besehen liegt es allein an mir, meine Zeit realistisch einzuschätzen und mich von unangemessenen Ansprüchen anderer abzugrenzen. Etwas weniger Perfektionismus, etwas mehr Teilen von Aufgaben mit anderen, ab und zu ein bewusster Tempowechsel und vor allen Dingen klare Prioritäten der eigenen Projekte könnten dabei helfen.

Meine persönliche Energiewende. Dank der kontinuierlichen Feldenkrais-Arbeit mit Ricarda Nickel habe ich mein Sensorium immer weiter verfeinert und spüre nun deutlich, dass ich meinen bisherige Umgang mit meiner Lebensenergie so nicht weiter aufrecht erhalten will. Einige Zipperlein des vergangenen Jahres sprechen eine deutliche Sprache. Ich habe gelernt, dass ich auch mit einem Bruchteil der gewöhnlich eingesetzten Kraft noch respektable Ergebnisse erzielen kann. Deshalb will ich in Zukunft durch intelligente Strategien meinen Energiehaushalt ins Gleichgewicht bringen – und mir dadurch weitere  Beweglichkeit und Handlungsfreiheit verschaffen. Zum Beispiel in der Blauen Stunde einfach den Luxus einer kleinen Fotoexpedition zu genießen…

 

 

 

 

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