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Das Licht kehrt wieder

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Gestern war Lichtmess – der alte Feiertag, an dem man, zumindest auf dem Lande, für die Dienste des vergangenen Jahres ausbezahlt wurde und man sich eine neue Anstellung gesucht hat oder sich für ein weiteres Jahr am alten Platz verpflichtet hat. Ein bedeutsamer Tag, der in unserer industrialisierten temporeichen 24/7-Welt kaum noch wahrgenommen wird. Und doch: Seit ein paar Tagen gewinnt das Tages- licht deutlich an Kraft, der Winter ist überwunden. Jetzt kommt es ans Licht: was die eisigen Tage im Garten überlebt hat, was sich schon aus der Erde traut, auch was schon lange aufgeschoben wurde und nach Beachtung ruft. Unvollendete Projekte, überflüssige Ordner, alte Bücherkisten, verdrängte Formalitäten. Auch manche liebgewordene Überzeugung wirkt im Licht des neuen Jahres auf einmal gar nicht mehr so glaubwürdig und verlangt nach Überprüfung.

Auch wenn der Januar immer sehr laut daherkommt und alle von ihren Vorsätzen für das Neue Jahr reden. Alles was im Januar passiert, findet noch im Innen statt, kaum jemand ist schon bereit zu großen Taten. Der Januar besteht aus Bilanzieren und Aufräumen, aus Sichten und Ordnen, aus Reparieren, aus Loslassen und neue Perspektiven ins Auge fassen. Keine Zeit ist so geeignet, um noch einmal Atem zu holen, das eigene Gepäck zu erleichtern, hinderliche Gewohnheiten abzustreifen. Nie wieder im ganzen Jahr lockt das Licht so verheißungsvoll, ruft eine solche Freude in mir hervor. Meine Seele sehnt sich nach Farben und Düften, der Geist nach Anregung und Austausch, der Körper nach Bewegung.

Jetzt kannst Du ruhig kommen, 2013. Meine Kräfte sind wieder da!

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