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Wenn der Sommer nicht mehr weit ist…

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und wieder tönt mir eine Liedzeile im Kopf, als ich über die vergangenen Tage nachdenke. Konstantin Wecker hat es genau beschrieben, mein Mai-Gefühl. Wie die vergangenen Jahre auch scheint das Leben wieder mal aus allen Nähten zu platzen.

Die Farben, Gerüche und Geräusche der Natur. Der erste selbstgemachte Erdbeerkuchen. Die interessanten beruflichen Begegnungen. Die wiederauferstandenen alten Freunde. Die Baustellen im Garten. Die gemeinschaftlichen Projekte. Die nötigen Erledigungen. Der erweiterte Bewegungsradius. Das gemeinsame Schaffen in der Familie. Die leisen Erkenntnisse. Die neuen sanften Töne. Die Umwege zum Ziel. Die unterschiedlichen Spielräume. Die Sonne auf der Haut. Die Perspektiven für dieses Jahr und gleichzeitig die Frage, ob ich das auch alles schaffen kann.

Und dann will ich was ich tun will endlich tun…

Soviel habe ich erREICHt in diesem Mai. Und doch hab‘ ich zum Schluss fast vergessen, diesen REICHtum überhaupt wahrzunehmen. So habe ich mich bei dem Gedanken beobachtet, dass ich jetzt dann doch bald mal etwas nur für mich tun will. Eigentlich dachte ich an so etwas wie Motorradfahren…

Als ob ich die anderen Tage nur für andere Leute unterwegs wäre!  Tja Wünsche erfüllen sich ja oft schneller als gedacht. So habe ich heute den Tag nur für mich mit Kopfweh zu Hause rumgehangen und habe immerhin gemerkt, dass die Drehzahl der letzten Tage einfach zu hoch war. Und mich leicht amüsiert an die vorjährigen Frühsommer-Breakdowns erinnert. Von wegen Weisheit des Alters. Aber nun kommt ja erst der Juni und es ist noch alle Zeit der Welt. Und in der neuen Woche will ich erst mal meine Reichtümer ansehen und genießen.

 

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Into the great wide open…

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… dieser Song von Tom Petty ist genau der Soundtrack für ein verlängertes Wochenende, um die Anspannungen des Alltags hinter mir zu lassen und die neuen Eindrücke willkommen zu heißen. Schaffe es doch glatt, nur mit leichtem Gepäck zu fahren. Will mir auch unterwegs nichts aufhalsen.
Bemerke, welches Gewicht die einzelnen Gedanken bekommen. Schwer wiegen Bewertungen, Ablehnungen, Ungeduld, das Gefühl des Zu-kurz-kommens in einer Gruppe, das Gefühl des Zeit-verschwendens bei Themen, die nicht meine sind. Vielleicht haben sie mehr mit mir zu tun als ich ahne? Leicht wird es mir sofort, wenn ich meine Bedürfnisse in die Hand nehme. Genau wahrnehme. Meine Wege wähle. Mir Pausen gönne. Mich mitteile. Bewusst genieße. Und die anderen sein lasse. Dann werde ich beschenkt. Oder beschenke mich selber. Die Symbole der alten Häuser haben mir auch heute etwas zu sagen.
Zu Hause wartet eine Woche voller Termine und Aufgaben. Ich will meine Leichtigkeit beibehalten und das Nötige tun. Nicht mehr als das. Und eins nach dem anderen…

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Bewegung ins Leben!

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Es rührt sich ordentlich was im Mai – oder besser gesagt, ich rühre mich, und packe eines nach dem anderen an: zum Beispiel neue Fotos machen lassen, für die Website, für den Blog, für alles Mögliche.
Wie gut, dass mir mit Margot Dott – die fotografinbuchloe – schon die Fotografin begegnet ist, die mich immer so aussehen lässt, dass ich mich hinterher wiedererkenne und gut leiden kann. Und nun bastle ich gerade an den Bewegungsfotos und mache mir sehr viel Freude damit. DANKE!

Und kaum bewege ich mich mit Leichtigkeit, bewegt sich vieles mit mir und auf mich zu: tatkräftige Hilfe bei den Gartenprojekten, interessante Trainingsanfragen, Verbündete in der Coaching-Zunft, Nachrichten von lieben Freundinnen, Bücher die wie gerufen kommen, endlich jemand, der mein ramponiertes Paddel reparieren kann, das Motorrad springt an ohne zu mucken… Neulich stand sogar Apollonia vor der Tür: „Ich hab‘ meine Krücken vergessen!“ Na, wenn das kein gutes Zeichen ist!

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Frühjahrskur mit „Vitamin B“

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Seit Mittwoch genieße ich in vollen Zügen meine Frühjahrskur – und die ist völlig kostenlos. Wichtigste Zutat ist das geheimnisvolle Vitamin B …
B wie Blauer Himmel zum Beispiel. Es genügt ein Blick nach oben, am besten mehrmals täglich. An Kräutern bietet sich B wie Bärlauch an, den ich unter anderem zu köstlichem Pesto verarbeite. Schon der Geruch und die Farbe des fertigen Produkts weckt alle Körperzellen aus dem Winterschlaf. Und die Fotografin in mir robbt auf dem Bauch durch die Wiese um Schnecken einzufangen.

Da macht auch die Bewegungs-meditation in alle vier Himmels-richtungen barfuß im Gras wieder Spaß.  Und im Anschluss finde ich noch ein paar Brennesseln am Zaun, die sogleich in die Teetasse wandern. Was nicht fehlen darf im ultimativen Gesundheitscocktail ist die Bewusstheit – was tue ich und auf welche Art und Weise? Egal ob links oder rechts, entscheidend ist, dass ich weiß, was ich tue und wie. Diese Woche scheint mein linkes Bein zu wachsen.

Und dann, ganz wichtig für das Immunsystem: das Vitamin Beziehung. Es schützt vor Einsamkeit, Existenzangst, Selbstüberschätzung, Engstirnigkeit und Langeweile. Auch wenn es in der Dosierung manchmal ein bisschen schwierig ist, ist es doch das wichtigste Mittel meiner Frühjahrskur. Und ich sage heut mal DANKE für alle gemeinsamen Augenblicke, manch geteiltes Lachen und die gelungene Zusammenarbeit in dieser Woche.

Wer sich mit dem Thema Kräuter beschäftigen will, dem empfehle ich die Kurse der Heilpflanzenschule Fürbuch in Finning. Johanna Gruber vermittelt nicht nur Wissen, sondern sie schafft es, eine Beziehung zu den Pflanzen aufzubauen. Ihre Kräuter-wanderungen sind ein Erlebnis für alle Sinne.

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Ich habe die Wahl

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Das Experiment Perspektivenwechsel wirkt immer noch nach. Inzwischen bin ich draufgekommen, womit ich mich so ungehalten gemacht habe. Wie so oft ist es die eigene Eingefahrenheit. Egal, ob ich aus Prinzip nur auf den alten Gleisen unterwegs bin oder – genauso stur – stets den alternativen Blick suche. Mit Ersterem beschränke ich meinen Horizont und lasse keine neuen Erfahrungen zu, mit dem Zweiten begebe ich mich permanent auf  Neuland und verdränge bislang Bewährtes. Doch nicht das Neue oder Fremde war es, was mir zugesetzt hat, sondern mein diffuses Gefühl des Ausgeliefertseins, des Nicht-Wählen-Könnens… Na immerhin bin ich dann dank eines Gesprächs mit einer befreundeten Kinesiologin draufgekommen. Plötzlich tönte meine Erkenntnis als Satz durch den Raum: Ich habe die Wahl!
Ja klar. Wie konnte ich das nur vergessen. Und seitdem wähle ich wieder bewusst, was ich spreche und tue – und siehe da! Alle Terminver-wicklungen der letzten Wochen haben sich glücklich gefügt. Das Kopfweh ist verschwunden. Der Groll auch. Und mit dem Frühlingswetter schau auch ich wieder freundlich in die Welt und nehme, was immer da kommt, mehr oder weniger elegant und lächelnd. Meistens ist es sowieso gerade das Richtige für mich. Stelle ich hinterher fest. DANKE!

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Perspektivenwechsel II: April

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Meine Umwelt scheint mein Experiment mit dem Perspektivenwechsel übernommen zu haben. Nicht nur das Wetter überrascht uns täglich mit einer anderen Jahreszeit. Auch Vereinbarungen, Termine, Überzeugungen und Pläne werden bald stündlich über den Haufen geworfen. Das bringt mich an den Rand meiner Experimentierfreudigkeit und ich versuche wieder das „rechte Maß“ in meinen Alltag zu bringen. So erhellend meine Versuche waren, die Dinge von der anderen Seite zu sehen: Jetzt reichts! Mein strapaziertes Hirn verlangt nach Ordnung und Richtung. Immerhin habe ich meinen Blick geschärft. Könnte sein, dass die Zunge bald nachfolgt… und ich die ganzen hohlen als Freundlichkeit getarnten Unverschämtheiten nicht mehr unkommentiert lassen kann.

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Vollmondfeuer-Ritual

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Der aromatische Rauch der Kräuter vom letzten Jahr, das wohlgenährte Feuer in der Mitte, eine bunt gemischte gesellige Runde, gemeinsames Essen, Wiedersehen nach langer Zeit, Feststellen wer fehlt, Lustiges, Trauriges, Banales, Tiefgründiges…

Neue Frisuren, alte Geschichten. Loslassen von Vergangenem, das Neue ins Leben einladen und willkommen heißen.

 

Im Feuer liegt die Kraft der Trans-formation und der Gemeinschaft. Wir werfen unsere Altlasten symbolisch ins Feuer. Und dann reihum unsere Wünsche. Jeder Wunschzettel wird von der Achtsamkeit aller begleitet, bis er verwandelt ist. Manche Wünsche erzeugen Flammen-gestalten, andere brauchen ziemlich lange, bis sie vom Feuer erfasst werden. Zeit, den eigenen Gedanken nachzuhängen. Und das Vertrauen, dass es schon gut werden wird.
Ich wünsche uns allen FROHE OSTERN 2012!

DANKE für das Feuer, liebe Carmen und lieber Otto!

 

 

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Perspektivenwechsel: Das mach‘ ich doch mit links

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Um Hirn und Bein wieder frühjahrsfit zu bekommen, hab‘ ich mir einen kleinen Perspektivenwechsel verordnet. Das tu ich gelegentlich, verlasse so die alten eingefahrenen Gleise und ziehe neue Spuren.  Also: derzeit mach‘ ich mit links, was die eingefleischte Rechtshänderin sonst mit rechts erledigt. Das führt sofort zu einigen Erkenntnissen. Da viele Bewegungen mit links einfach ungewohnt sind, mache ich sie langsamer und mir wird plötzlich bewusst, wie viele Muskeln ich (oft überflüssigerweise) bewege, um die simpelsten Handlungen auszuführen. Drum merke ich z.B. recht schnell, wenn ich die linke Schulter beim morgendlichen Kaffeetrinken hochziehe und verkrampfe. Ein Vorgang, der mit rechts schon so normal ist, dass es mir höchstens auffällt, wenn die Schulter mal ganz entspannt ist. Einige Tätigkeiten, wie z.B. das Obst für’s Frühstück schnippeln, fordern meine volle Konzentration und ich fühle mich viel weniger abgelenkt als sonst. Da ich auch darauf achte, meine Schritte stets mit links zu beginnen, ändert sich auch mein Bewegungsbild. Immer wieder falle ich natürlich in die gewohnte Normalität zurück und stelle fest, dass viele Handlungen und auch Geräte des Alltags einfach auf Rechtshändigkeit zugeschnitten sind.

Es ist ja auch noch nicht so lange her, da war die linke Seite mit einem Makel behaftet. Mir wurde als Kind noch beigebracht, beim Begrüßen der alten Tanten immer die schöne Hand zu geben. Als ob die andere weniger schön wäre… Rechts ist in unserer Sprache ja auch mit positiven Begriffen wie Recht, Gerechtigkeit, aufrecht und rechtschaffen verbunden, während mir bei links Worte wie linkisch, jemanden linken oder sogar die Beschimpfung „Du linke Bazille!“ einfallen.

Links und rechts hatte ja auch noch bis vor Kurzem eine politische Bedeutung. Doch die alten scheinbar unverrückbaren Positionen sind auch nicht mehr das was sie waren. Vielleicht leben wir in einer Zeit, in der Links und Rechts im Sinne von Bewertung einfach ausgedient haben und wir gut daran tun, uns im ganzen Spektrum zu üben? Zumindest in der virtuellen Welt haben die Links ja schon gewaltig Karriere gemacht und fast jeder freut sich, von anderen verlinkt zu werden. Link heißt ja schließlich auch Verbindung – und die darf ruhig wieder mehr gepflegt werden, finde ich.

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Ganz herzlich!

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Auch wenn man andere Menschen mit Vorträgen beeindrucken kann, die unter dem Motto Anspannung und Entspannung stehen, heißt das noch lange nicht, dass man das selber schon immer drauf hat. Also man bin natürlich ich. Nach einem strammen Gartenarbeitstag mit mütterlicher und schwesterlicher Hilfe erstrahlte der Garten wieder im neuen Glanz. Es ist schon beeindruckend, welche Gelenkigkeit und Kraftreserven ältere Damen auspacken können, während die Nachkommen schon aus dem letzten Loch pfeifen. Ich hoffe, wir haben neben der Präferenz für einen einmaligen, leider aussterbenden Dialekt auch etwas von der genetischen Konstitution unserer Mutter geerbt. Es könnte sein, dass wir die noch gut gebrauchen können. Nach der Schmach, von einer gut Siebzigjährigen konditionsmäßig einfach abgehängt zu werden (wos, welld ihr scho uufhera?) musste ich am drauffolgenden Tag auch noch die Nachwehen ertragen: da ich meinen treuen Gebeinen einfach nicht die nötige Ruhe gegönnt hatte, sondern auch noch eine kleine Spätschicht am Computer einlegen musste, entspannte mein Körper mich, indem er sich den meisten gängigen Funktionen einfach einen Tag lang verweigert hat. Tja, der Mensch lernt aus Schmerz oder Interesse. Das mit dem Schmerz soll irgendwie nachhaltiger sein… Trotzdem: Herzlichen Dank für die sagenhafte Unterstützung!

Was mich allerdings ziemlich gewurmt hat ist die Tatsache, dass ich wegen meines liederlichen körperlichen Zustands die Geburtstagsfeier von Gabriela auf ihrem wunderbaren Thalerseehof absagen musste. Deshalb hier an dieser Stelle:
Ganz herzliche Glückwünsche
!
Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Workshop im Mai weil ich weiß, dass ich von Dir noch eine ganze Menge lernen kann, z. B. zum Thema Entspannung… (siehe Foto)

Immerhin habe ich heute noch das „gefangene Herz“ fotografiert, das mir schon seit Monaten immer wieder am Wegesrand begegnet. Als ich endlich hingestapft bin, hab‘ ich ganz erleichtert festgestellt, dass die Gitterstäbe in der Mitte gar nicht geschlossen sind. Also Herz, flieg los!

 

 

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Wenn du es eilig hast, geh‘ langsam

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Meine ersten Frühlingstage sind zwar voll von Ereignissen, Begegnungen und Gedanken, und doch gelingt es mir bislang, jeden Augenblick zu genießen und nicht in Hektik zu verfallen. In der Feldenkrais-Stunde diese Woche habe ich mir wieder bewusst gemacht, wieviel mehr ich wahrnehmen kann, wenn ich jede Bewegung ganz langsam ausführe. Genauso wie man eine Landschaft beim Gehen erst wirklich kennenlernt während man beim Fahren auf der Autobahn nur die Leitplanken und Verkehrsschilder sieht.

Die Nachbarskatze hat das schon lang verstanden und kommt ab und zu vorbei, um uns eine Kostprobe ihrer Kunst zu geben.