Alle Artikel mit dem Schlagwort ‘Bewusstheit

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Vom Mund kommt die Zukunft

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Vom Mund kommt die Zukunft, heißt es, sagt der Tuwa-Schamane Galsan Tschinag, der seine Bücher übrigens auf Deutsch verfasst. Man kann das glauben oder nicht – Tatsache ist, sprechend gestalten wir unsere Realität. Und was kriecht da nicht alles aus der Feder, bzw. entspringt unserer Tastatur, was quillt nicht unerkannt aus unserem Mund! Wollen wir …

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Tanze Dein inneres Licht

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In der dunklen Jahreshälfte scheinen wir es besonders deutlich wahrzunehmen: das Licht, die Ausstrahlung und Wärme, die ein Mensch aussendet. Ich hatte das Glück, einen ganzen Tag gemeinsam mit meiner Lieblingsschwester* tanzend mein inneres Licht zu erkunden. Und habe ein paar wesentliche Erfahrungen machen dürfen.

Das Spreewaldabenteuer dieses Sommers hat mich schon gelehrt, dass ich meine Grenzen weit vor deren Überschreitung wahrnehmen kann. An diesem Tag habe ich rechtzeitig für mich gesorgt und habe es mir gelegentlich einfach auf dem Boden gemütlich gemacht und den Tanzenden in aller Ruhe zugeschaut. Ich bin ja nicht gekommen, um 25 Kreistänze zu absolvieren, sondern um mein inneres Licht zu pflegen.

Sowohl die freie Bewegung als auch die Tänze in bestimmten Formationen ermöglichen interessante Erkenntnisse. In der freien Bewegung offenbart sich die Vielgestaltigkeit und Schönheit der einzelnen Menschen – jeder bewegt sich in der eigenen unverwechselbaren Weise. Die Tänze mit vorgegebenen Figuren und Rhythmen dagegen machen Gemeinschaft sichtbar. Das Sich Begegnen und Innehalten in einem Wiegeschritt, das Einander Wahrnehmen und das Sich Zugehörig Fühlen im Kreis. Es ist für mich zuerst nicht einfach, in den Rhythmus der Gruppe zu finden und ich verlasse mich gerne auf die Sicherheit meiner Nachbarin. Jenseits eines Zeitgefühls gestalten wir mit Bewegen, Klatschen und auf einfachen Instrumenten ein gemeinsames Lied:

„All I ask of you is forever to remember me as loving you“

Dann lösen wir uns aus dem Kreis und bewegen uns mit der Liedzeile und unserem individuellen Rhythmus im ganzen Raum. Erst jetzt, wenn ich alleine für meinen Takt verantwortlich bin, gewinne ich wirklich an Sicherheit und schiele nicht mehr auf die anderen. Das Rausgehen aus der Gemeinschaft und das Für Mich Sein war mir schon früher ein wichtiges Bedürfnis. Das Zurückkommen in den Kreis und das Feststellen, dass sich unser Lied wieder zu einem Ganzen zusammenfügt, fühlt sich an wie echtes Glück.

Was gehört sonst noch zu einem solchen Tag? Ein bewegender Ort, eine Vielzahl besonderer Menschen, köstliches Essen, ein Feuer in der Nacht und natürlich eine inspirierende Seele, die das alles in Leichtigkeit und Liebe initiiert: Danke Stephanie Nassall für einen wahrhaften Lichtblick!

* Die herzerwärmenden Fotos oben stammen von Eva Birke

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Ich habe die Wahl

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Das Experiment Perspektivenwechsel wirkt immer noch nach. Inzwischen bin ich draufgekommen, womit ich mich so ungehalten gemacht habe. Wie so oft ist es die eigene Eingefahrenheit. Egal, ob ich aus Prinzip nur auf den alten Gleisen unterwegs bin oder – genauso stur – stets den alternativen Blick suche. Mit Ersterem beschränke ich meinen Horizont und lasse keine neuen Erfahrungen zu, mit dem Zweiten begebe ich mich permanent auf  Neuland und verdränge bislang Bewährtes. Doch nicht das Neue oder Fremde war es, was mir zugesetzt hat, sondern mein diffuses Gefühl des Ausgeliefertseins, des Nicht-Wählen-Könnens… Na immerhin bin ich dann dank eines Gesprächs mit einer befreundeten Kinesiologin draufgekommen. Plötzlich tönte meine Erkenntnis als Satz durch den Raum: Ich habe die Wahl!
Ja klar. Wie konnte ich das nur vergessen. Und seitdem wähle ich wieder bewusst, was ich spreche und tue – und siehe da! Alle Terminver-wicklungen der letzten Wochen haben sich glücklich gefügt. Das Kopfweh ist verschwunden. Der Groll auch. Und mit dem Frühlingswetter schau auch ich wieder freundlich in die Welt und nehme, was immer da kommt, mehr oder weniger elegant und lächelnd. Meistens ist es sowieso gerade das Richtige für mich. Stelle ich hinterher fest. DANKE!

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Perspektivenwechsel: Das mach‘ ich doch mit links

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Um Hirn und Bein wieder frühjahrsfit zu bekommen, hab‘ ich mir einen kleinen Perspektivenwechsel verordnet. Das tu ich gelegentlich, verlasse so die alten eingefahrenen Gleise und ziehe neue Spuren.  Also: derzeit mach‘ ich mit links, was die eingefleischte Rechtshänderin sonst mit rechts erledigt. Das führt sofort zu einigen Erkenntnissen. Da viele Bewegungen mit links einfach ungewohnt sind, mache ich sie langsamer und mir wird plötzlich bewusst, wie viele Muskeln ich (oft überflüssigerweise) bewege, um die simpelsten Handlungen auszuführen. Drum merke ich z.B. recht schnell, wenn ich die linke Schulter beim morgendlichen Kaffeetrinken hochziehe und verkrampfe. Ein Vorgang, der mit rechts schon so normal ist, dass es mir höchstens auffällt, wenn die Schulter mal ganz entspannt ist. Einige Tätigkeiten, wie z.B. das Obst für’s Frühstück schnippeln, fordern meine volle Konzentration und ich fühle mich viel weniger abgelenkt als sonst. Da ich auch darauf achte, meine Schritte stets mit links zu beginnen, ändert sich auch mein Bewegungsbild. Immer wieder falle ich natürlich in die gewohnte Normalität zurück und stelle fest, dass viele Handlungen und auch Geräte des Alltags einfach auf Rechtshändigkeit zugeschnitten sind.

Es ist ja auch noch nicht so lange her, da war die linke Seite mit einem Makel behaftet. Mir wurde als Kind noch beigebracht, beim Begrüßen der alten Tanten immer die schöne Hand zu geben. Als ob die andere weniger schön wäre… Rechts ist in unserer Sprache ja auch mit positiven Begriffen wie Recht, Gerechtigkeit, aufrecht und rechtschaffen verbunden, während mir bei links Worte wie linkisch, jemanden linken oder sogar die Beschimpfung „Du linke Bazille!“ einfallen.

Links und rechts hatte ja auch noch bis vor Kurzem eine politische Bedeutung. Doch die alten scheinbar unverrückbaren Positionen sind auch nicht mehr das was sie waren. Vielleicht leben wir in einer Zeit, in der Links und Rechts im Sinne von Bewertung einfach ausgedient haben und wir gut daran tun, uns im ganzen Spektrum zu üben? Zumindest in der virtuellen Welt haben die Links ja schon gewaltig Karriere gemacht und fast jeder freut sich, von anderen verlinkt zu werden. Link heißt ja schließlich auch Verbindung – und die darf ruhig wieder mehr gepflegt werden, finde ich.