Alle Artikel mit dem Schlagwort ‘Licht

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Das Licht kehrt wieder

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Gestern war Lichtmess – der alte Feiertag, an dem man, zumindest auf dem Lande, für die Dienste des vergangenen Jahres ausbezahlt wurde und man sich eine neue Anstellung gesucht hat oder sich für ein weiteres Jahr am alten Platz verpflichtet hat. Ein bedeutsamer Tag, der in unserer industrialisierten temporeichen 24/7-Welt kaum noch wahrgenommen wird. Und doch: Seit ein paar Tagen gewinnt das Tages- licht deutlich an Kraft, der Winter ist überwunden. Jetzt kommt es ans Licht: was die eisigen Tage im Garten überlebt hat, was sich schon aus der Erde traut, auch was schon lange aufgeschoben wurde und nach Beachtung ruft. Unvollendete Projekte, überflüssige Ordner, alte Bücherkisten, verdrängte Formalitäten. Auch manche liebgewordene Überzeugung wirkt im Licht des neuen Jahres auf einmal gar nicht mehr so glaubwürdig und verlangt nach Überprüfung.

Auch wenn der Januar immer sehr laut daherkommt und alle von ihren Vorsätzen für das Neue Jahr reden. Alles was im Januar passiert, findet noch im Innen statt, kaum jemand ist schon bereit zu großen Taten. Der Januar besteht aus Bilanzieren und Aufräumen, aus Sichten und Ordnen, aus Reparieren, aus Loslassen und neue Perspektiven ins Auge fassen. Keine Zeit ist so geeignet, um noch einmal Atem zu holen, das eigene Gepäck zu erleichtern, hinderliche Gewohnheiten abzustreifen. Nie wieder im ganzen Jahr lockt das Licht so verheißungsvoll, ruft eine solche Freude in mir hervor. Meine Seele sehnt sich nach Farben und Düften, der Geist nach Anregung und Austausch, der Körper nach Bewegung.

Jetzt kannst Du ruhig kommen, 2013. Meine Kräfte sind wieder da!

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Tanze Dein inneres Licht

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In der dunklen Jahreshälfte scheinen wir es besonders deutlich wahrzunehmen: das Licht, die Ausstrahlung und Wärme, die ein Mensch aussendet. Ich hatte das Glück, einen ganzen Tag gemeinsam mit meiner Lieblingsschwester* tanzend mein inneres Licht zu erkunden. Und habe ein paar wesentliche Erfahrungen machen dürfen.

Das Spreewaldabenteuer dieses Sommers hat mich schon gelehrt, dass ich meine Grenzen weit vor deren Überschreitung wahrnehmen kann. An diesem Tag habe ich rechtzeitig für mich gesorgt und habe es mir gelegentlich einfach auf dem Boden gemütlich gemacht und den Tanzenden in aller Ruhe zugeschaut. Ich bin ja nicht gekommen, um 25 Kreistänze zu absolvieren, sondern um mein inneres Licht zu pflegen.

Sowohl die freie Bewegung als auch die Tänze in bestimmten Formationen ermöglichen interessante Erkenntnisse. In der freien Bewegung offenbart sich die Vielgestaltigkeit und Schönheit der einzelnen Menschen – jeder bewegt sich in der eigenen unverwechselbaren Weise. Die Tänze mit vorgegebenen Figuren und Rhythmen dagegen machen Gemeinschaft sichtbar. Das Sich Begegnen und Innehalten in einem Wiegeschritt, das Einander Wahrnehmen und das Sich Zugehörig Fühlen im Kreis. Es ist für mich zuerst nicht einfach, in den Rhythmus der Gruppe zu finden und ich verlasse mich gerne auf die Sicherheit meiner Nachbarin. Jenseits eines Zeitgefühls gestalten wir mit Bewegen, Klatschen und auf einfachen Instrumenten ein gemeinsames Lied:

„All I ask of you is forever to remember me as loving you“

Dann lösen wir uns aus dem Kreis und bewegen uns mit der Liedzeile und unserem individuellen Rhythmus im ganzen Raum. Erst jetzt, wenn ich alleine für meinen Takt verantwortlich bin, gewinne ich wirklich an Sicherheit und schiele nicht mehr auf die anderen. Das Rausgehen aus der Gemeinschaft und das Für Mich Sein war mir schon früher ein wichtiges Bedürfnis. Das Zurückkommen in den Kreis und das Feststellen, dass sich unser Lied wieder zu einem Ganzen zusammenfügt, fühlt sich an wie echtes Glück.

Was gehört sonst noch zu einem solchen Tag? Ein bewegender Ort, eine Vielzahl besonderer Menschen, köstliches Essen, ein Feuer in der Nacht und natürlich eine inspirierende Seele, die das alles in Leichtigkeit und Liebe initiiert: Danke Stephanie Nassall für einen wahrhaften Lichtblick!

* Die herzerwärmenden Fotos oben stammen von Eva Birke